Denn, dies war die einhellige Meinung aller, der Stellenwert unseres Nachwuchses bedarf in unserer wunderschönen Heimat einer deutlichen Aufwertung. Sofort entstand ein Luftschloss nach dem anderen in unseren Köpfen, doch wurde es uns bald traurige und ernüchternde Gewissheit, dass dies ohne eine wichtige Zutat nicht zu realisieren war. GELD! Aber woher sollten wir dieses zur Verwirklichung unserer tollen Ideen bekommen? Sofort rauchten erneut unsere Köpfe und es entwickelten sich in unseren Hirnen die verschlungensten Pfade zu unermesslichem Reichtum. Doch auch hier taten sich bei realistischer Betrachtung dann nicht zu überwindende Gräben auf. Kurz vor der endgültigen Frustrationsgrenze erfolgte der so beiläufig hingeworfene Satz: „Lasst uns doch einen Ball veranstalten“. Mitleidiges Lächeln, entsetzte Augen und der leise Ruf nach dem Rettungsdienst waren die harmloseren Reaktionen. Aber genau zu diesem Zeitpunkt leuchtete der Geist jungen Unternehmertums über uns und gerade diese Herausforderung des völlig Neuen schaffte den nötigen Anreiz zu sagen: „Wir machen das und wir können das!“ Hätten wir nur im entferntesten erahnt, was uns gerade bei dem ersten Ball alles noch bevorstand, ich glaube, wir hätten vielleicht noch mal genauer über diese Entscheidung nachgedacht. Eine der größten Sorgen war, dass wir gar nicht über das nötige Know-how verfügen, um so eine komplexe Veranstaltung realisieren zu können. Hier kam dann aber einer der großen Vorzüge des Verbandes der Wirtschaftsjunioren zu tragen: die Bandbreite der vertretenen Berufe. Für jede relevante Aufgabe konnten Spezialisten aus dem eigenen Kreis gefunden werden. Küchenmeister, Hotelfachfrau, Rechtsanwalt, Marketingexperte, Bankdirektor, Organisationstalent und kreative Geister. Alle taten sich zusammen und trafen sich zu unzähligen Arbeitssitzungen, die oftmals erst weit nach Mitternacht ihr Ende fanden. Am Anfang stand die Budgetplanung und die unweigerliche Erkenntnis, dass wir nichts geschenkt bekommen, sehr viel selber machen müssen und trotzdem noch auf Sponsoren angewiesen sind. Oder würden Sie ungefähr den doppelten Eintrittspreis bezahlen? Wenn ja, bitte lassen Sie es uns sofort wissen. Sie helfen uns damit sehr! Am Ende stand, trotz einiger großer Stolpersteine und der Bürokratie, dank unseres Engagements, den großzügigen Sponsoren und den Ballbesuchern, die sich mit uns auf dieses Erlebnis eingelassen haben: Der erste Frühlingsball im Jahr1997! Bereits Tage vorher hatten wir begonnen sämtliche benötigten Utensilien teilweise einzeln und von den verschiedensten Orten her ins Alte Kurhaus nach Bad Reichenhall zu verfrachten und zu listen. Bis wenige Minuten vor der Öffnung des Saales waren noch sämtliche Arbeitskreismitglieder und ihre Partner damit beschäftigt, Servietten kunstvoll zu falten - ich hätte nie gedacht, dass ich das überhaupt kann - und die Tische einzudecken. Ein Ball der Improvisationen! Hätten unsere Gäste auch nur 5 Minuten hinter die Kulissen schauen können, ... !? Ich möchte gar nicht daran denken! Aber was letztendlich zählt war, dass wir unseren Gästen eine rauschende Ballnacht versprochen haben und sie diese auch erleben konnten und mit einem Lächeln nach Hause gingen. Und ich denke mir, wenn es dies hätte tun können, das Alte Kurhaus hätte sicher auch gelächelt ...... und uns war bereits damals schon klar: nächstes Jahr wieder und wieder und wieder!









